Musterdepots für größere Stiftungen

Ausgangslage: Mit der Größe einer Stiftung wachsen die Anlagemöglichkeiten. Investments mit Mindesteinstiegssummen können sinnvoll in die Depotmischung integriert werden, es kommen mehr Anlageklassen in Betracht, die für sich genommen riskant sind, aber in vertretbaren Dosen nützlich fürs Depot. Grundsätzlich kommen auch Einzelwerte, also Aktien wie die von Eon oder einzelne Bundesanleihen, in Betracht. Das senkt die Kosten auf der Fondsebene und schafft ein Höchstmaß an Transparenz. In unseren Musterdepots wird auf Einzelwerte nicht eingegangen. Wir berücksichtigen aber alternative Anlageklassen wie zum Beispiel unternehmerische Beteiligungen oder auch Hedgefonds. Diese Assetklassen können helfen, die Depotstruktur zu optimieren. Aber der Umgang mit ihnen setzt viel Erfahrung voraus. Wir raten deswegen dringend, insbesondere vor dem Einsatz von derivativen Instrumenten und sogenannten Geschlossenen Fonds Fachleute zu Rate zu ziehen.


 

Das konservative Musterdepot für größere Stiftungen enthält zwei Fonds, die Derivate-Strategien zum Einsatz bringen, also etwa mit Optionen und Futures arbeiten. Die Riskanz der jeweiligen Produkte ähnelt dabei jeweils der eines Rentenfonds. Gut sind solche Produkte für die Vermögensstruktur deswegen, weil die Renditequelle nicht der eines typischen Rentenfonds entspricht und deswegen die Risiken im Depot breiter gestreut sind. Im Übrigen sind im Musterdepot möglichst unterschiedliche Rentenfelder und -Strategien abgebildet. Der ETF von db x trackers bildet global Anleihen ab, deren Verzinsung mit der Inflation steigt. Langfristige europäische Staatsanleihen hat der iShares ETF im Blick. Der LBBW Nachhaltigkeit Renten der Landesbank Baden Württemberg widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit. Aktiv globale Renten sucht der Templeton Global Bond Fund . Abgesicherte Euro-Anleihen-Strategien fahren der Rentenfonds von Pioneer und der Antecedo Euro Yield der gleichnamigen Bad Homburger Fonds-Boutique. Dazu passt unseres Erachtens der Mikrofinanzfonds von Invest in Visions.


 

Defensive Mischfonds bilden das Gerüst des ausgewogenen Musterportfolios für größere Stiftungen. Damit setzen wir hier nicht auf Spezialisierung, sondern auf die Fähigkeit der Fondsmanager, die richtige Asset Allokation für jede Börsephase zu wählen. An gemischten Fonds sind dabei zwei Stiftungsfonds vergangener Jahre, der LAM Stifterfonds und der F&C HVB-Stiftungsfonds. Dazu passt ein Wandelanleihenfonds aus dem Hause Salm Salm, der Aachener Spar und Stiftungsfonds, ein Immobilienfonds. Desweiteren findet sich ein Schwellenländer-Rentenfonds von Henderson und ein Themenfonds von Gamax, der auf Unternehmen setzt, die insbesondere für Jugendliche attraktiv sind. Dazu haben wir zwei Vermögensverwaltungsmandate an unabhängige Verwalter vergeben, die nach individuellen Vorgaben Renten, beziehungseise Aktien, suchen. Solche Entscheidungen können zum Beispiel an einen oder mehrere Vermögensverwalter in der Region (Deutschlandkarte der Stiftungsexperten) vergeben werden. Das bunte Bild runden eine Direkt-Immobilienbeteiligung sowie zwei unternehmerische Beteiligungen ab.


 

Größere Stiftungen mit einer offensiven Grundhaltung wissen um den Zusammenhang von Ertrag und Risiko. Als auf die Ewigkeit angelegte Institutionen sind ihnen zwischenzeitliche Schwankungen, das Risiko, aber weniger wichtig als der durchschnittliche Ertrag. Um bei den Aufsichtsbehörden mit dieser Ansicht durchzudringen, hilft eine große Streuung auf möglichst unterschiedliche, aber für sich genommen durchaus riskante Anlageklassen. Im vorliegenden Beispiel wurden der Acatis IFK, der iShares Euro Aggregate, der Antecedo Euro Yield, der Templeton Global Bond sowie der SWuK Renten Flexibel des Kölner Spezialisten Peter Schneider für die Anleihen-Seite ausgesucht. Im Wandelanleihenbereich, der von vielen Experten als eigene Anlageklasse anbgesehen wird, wählen wir den Asia Convertible des führenden deutschen Hauses Salm Salm. Aktienfonds decken die Themen China (Comstage FTSE China), europäische Nebenwerte (Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen), Schwellenländer(Nordea Emerging Stars) sowie Europäische Blue Chips (Source Euro Stoxx 50) ab. Dazu kommt der Mischfonds Veri Multi Asset Allocation. Immobilien werden über den offenen Immobilienfonds der SEB und über ein Direktinvestment abgebildet. Im Rohstoffebreich halten wir den Commerzbank Rohstoff Strategie für eine gute Lösung. Dazu kommt eine unternehmerische Beteiligung - antzyklisch - aus dem Bereich Sandelholz.


 

Im Spezial-Depot MI geht es um das Thema Mission Investing. Dieses neue Paradigma in der Anlagepolitik von Stiftungen fordert eine Berücksichtigung des Stiftungszweckes schon in der Investitionsphase. Wir haben ein nachhaltiges und verschiedenen Gesichtspunkten genügendes Mission Investing-Depot zusammengestellt, dessen einzelne Bestandteile, sortiert von der kleinsten zur größten Verlustgefahr, sich wie folgt darstellen. 1. Auch unter widrigen Bedingungen sollte der Mischfonds MEAG Fair Return mit dem Absolute Return-Ansatz nicht mehr als zwei Prozent im Jahr verlieren. Für den Rentenfonds des Nachhaltgkeitspioniers Sarasin sowie den LBBW Nachhaltigkeit Renten erwarten wir keine größeren jährlichen Verluste als acht Prozent. Mischfonds wie der Fonds für Stiftungen von Invesco oder der ODDO Wertefonds sollten nicht über 10 Prozent pro Jahr verlieren. Bei Wandelanleihenfonds wie dem Fisch AM Sustainable Fund kann der Verlust wohl auch einmal in deiser Größenordnung ausfallen. Noch schwankungsintensiver könnte es für reine Aktienfonds wie den KBC ECO Fund, den Green Effects NAI - Wertefonds und den UBS ETF ausgehen. Unternehmerische Beteiligungen beinhalten sogar die Gefahr des Totalverlustes. Die Assetklasse Mikrofinanz existiert erst einige Jahre.

Warum solche Werte trotzdem in unserem Musterportfolio sind? Weil Ihre Erträge erstens eine Kompensation für das höhere Risiko versprechen und weil das Gesamtrisiko kleiner als die Summe seiner Teile ist, vor allem, wenn die einzelnen Invetments möglichst wenig miteinander zu tun haben.


 

Für Stiftungen, die dem Vorbild der amerikanischen Yale und Harvard Stiftungen nacheifern wollen. Deren Vermögen sind in den letzten Jahrzehnten um zweistellige Prozentbeträge pro Jahr angewachsen. Der Grund für den Erfolg: Die Stiftungen der Eliteuniversitäten haben viele unterschiedliche und jeweils riskante Anlagen so zusammengemixt, das am Ende ein relativ stabiler Ertragbringer herausgekommen ist. In diesem Multi Asset Depot werden neun Anlageklassen gemixt. darunter sind Hedgefondsstrategien, geschlossene Fonds (Unternehmerische Beteiligungen), Rohstoffinvestments und vorbörsliche beteiligungen an jungen Firmen (Private Equity), jedes Investment für sich genommen wäre für eine Stiftung bei weitem zu riskant. In der Mischung aber kann ein relativ stabiles und sehr ertragversprechendes Ganzes entstehen. Der Umgang mit den und die Auswahl der alternativen Anlageklassen sollte nur nach eingehender Beratung erfolgen.

Der Anleihenbereich wird vertreten durch einen Renten ETF von iShares, der langfristige Euro-Anleihen enthält. Dazu kommt der Templeton Global Bond Fond. Renten sind auch enthalten im Arero Weltfonds, der einem regelbasierten Ansatz folgt, sowie dem ODDO Wertefonds, der Nachhaltigkeit und Trends verbindet. Wandelanleihen werden durch die Schweizer Fisch-Experten abgedeckt. Aktieninvestments zielen auf Frontier Markets (Schroder), also Marktwirtschaften im frühen Stadium und einem ETF auf dividendenstarke Unternehmen in Schwellenländern. Im Immobiliensektor setzen wir auf einen offenen Immofonds der SEB, und eine unternehmerische Immobilienbeteiligung. Der Commerzbank Rohstoff Strategie deckt den Rohstoff-Sektor ab. Eine Windräder-Beteiligung, zwei derivate Strategien (Axxion Focus + Lupus Alpha) und ein Mikrofinanzfonds runden das Musterportfolio ab.


 

Bitte beachten Sie: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Mit * gekennzeichnete Aussagen sind subjektive Schätzungen von RenditeWerk. Die Musterdepots stellen keine Aufforderung zum Kauf dar. Sie ersetzen keine Beratung. Stiftungen sollten sich unbedingt weiter informieren.