Stiftungsfonds des Jahres

Stiftungsfonds des Jahres 2019

Die Redaktion von RenditeWerk hat ihre Stiftungsfonds des Jahres gekürt. Dabei gingen wir - wie immer - nicht nur nach den Ergebnissen der vergangenen Jahre. Im Vordergrund stand die Frage, welche Strategien und Anlagen am besten geeignet sind, die Marktkonstellation der vor uns liegenden Jahre zu meistern. Die Zinswende ist, zumindest in den USA, eingeläutet. In den Prozess steigender Renditen hinein in Standardanleihen zu investieren, gilt gemeinhin als nicht sehr aussichtsreich. Die Aufgabe vieler Stiftungen dürfte deswegen darin bestehen, Alternativen zu  finden. Wir wollen sie darin, auch durch diese Auszeichnung, unterstützten. Natürlich gelten für uns abseits der Frage nach der Bewältigungschance der kommenden Marktkonstellation auch weiterhin die angestammten Faktoren der Auswahl unserer Stiftungsfonds. Wir belohnen niedrige Kosten, suchen nach funktionierenden Sicherungssystemen und erachten auch das Thema Nachhaltigkeit als stiftungsgeeignet. Hier unsere Wertungen und die Hintergründe.

 

Stiftungsfonds des Jahres: Alleinanlage

In der Hauptwertung fiel es uns dieses Mal schwer, geeignete Kandidaten zu finden. In einem Umfeld, in dem sich die Rentenmärkte im Nullzinsniveau auf steigende Zinsen vorbereiten und die Konjunktur, also die Aktien, einen erheblichen Dämpfer erlitten, hatten es viele der eher traditionellen Stiftungs-Mischfonds schwer. Sie investierten den Hauptteil ihres Vermögens fast alle in europäische Aktien und Euro-Anleihen. Den Gleichlauf halten wir für keine gute Tendenz. Stiftungsfonds mit höheren Immobilienanteilen, mit ausgeprägt globalem Fokus und der Bereitschaft, in begrenztem Maße Währungsrisiken einzugehen, hätten es vermutlich weniger schwer gehabt. Auch im Stiftungsfondsbereich tut Vielfalt not! Glücklicherweise fanden wir einige Vehikel, die die Auszeichnung verdienen.

 

 

Erster Stiftungsfonds des Jahres: Kepler Ethik Mix IA (WKN A11875)

Das zur oberösterreichischen Raiffeisengruppe gehörende Portfolio hat alles, was aus unserer Sicht einen hervorragend geeigneten Stiftungsfonds ausmacht. Er ist defensiv ausgerichtet, kann aber die Dynamik steigender Aktienmärkte aufgrund seines möglichen Aktienanteils von 40% besser als andere nutzen. Die Rentenseite ist bei Kepler (verwalten insgesamt mehr als 15 Milliarden Euro) ohnehin „gut aufgehoben“. Die Gesellschaft ist für ihre diesbezügliche Expertise bekannt. Uns gefällt weiter der Minimum-Varianz-Ansatz des Fonds, durch den der Anteil eher sicherer Portfoliobestandteile auf Kosten eher volatiler Wertpapiere im Fonds quasi automatisch erhöht wird. Erwähnenswert ist auch der vorbildliche und mehrstufige, von ISS-oekom unterstützte und durch einen internen Ethik-Beirat begleitete Nachhaltigkeitsprozess. Mit laufenden Kosten von gerade einmal 0,61% pro Jahr ist der Fonds darüber hinaus – auch gemessen an der ohnehin eher günstigen Stiftungsfondsklasse - sehr attraktiv gepreist.

Der Kepler Ethik Mix folgt einem klaren Konzept, er wird sorgsam und mit dem notwendigen Ressourcenaufwand von einer der großen Fondsgesellschaften Österreichs verwaltet. In den vergangenen vier Jahren hat das Management bewiesen, dass damit deutlich überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen sind. Ein ausgezeichnetes Investment!

 

 

Zweiter Stiftungsfonds des Jahres: Flossbach von Storch - Stiftung SI  (WKN A0M43S)

Der bewährte Stiftungsfonds der Kölner Vermögensverwaltung überzeugt seit Jahren in vielerlei Hinsicht. Der Fonds liefert in guten und weniger guten Börsenzeiten überdurchschnittliche Erträge ab. In der diesbezüglichen Übersicht der Ratingagentur Morningstar hat er etwa in den vergangenen fünf Jahren (Stichpunkt: Ende November 2018) drei Mal den Vergleichsindex und fünfmal den Durchschnitt der defensiven globalen Mischfonds geschlagen. Ein Moment des Erfolges macht dabei die Anleihenseite aus. Hier gehen die Kölner mehr Risiken als andere ein. Aber der Erfolg ist mehr als nur das Resultat höheren Risikos; im Gegenteil: Die Kölner gelten zum Beispiel als ausgesprochene Freunde der Krisenwährungen Gold- und Edelmetall.

Uns überzeugt der Fonds auch, weil er fantastisch niedrige Kosten hat. Die laufende Gebühr beträgt vergleichsweise hervorragende 0,56 Prozent des Kapitals. Ausgabe- und Rücknahmeaufschläge werden (derzeit) nicht genommen. Erfolgsbeteiligungen gibt es ebenfalls nicht.

Wir möchten auch würdigen, dass der Fonds der Vorreiter in Sachen Stiftungstranchen war. Diese, nur gemeinnützigen Anlegern mit Nichtveranlagungsbescheinigung offenstehende Anlageabteilung gab es zuerst im Flossbach von Storch -Stiftung.

 

 

Dritter Stiftungsfonds des Jahres: Prisma aktiv UI AK I (WKN A1W948)

Der Prisma aktiv UI entstammt einer Boutique, die ihre Wurzeln selbst in einer Stiftung (der Software AG) hat. Er ist als Stiftungsfonds hervorragend geeignet und stellt das nahezu lückenlos unter Beweis. In den vier Jahren seines Bestehens hat der Fonds jeweils überdurchschnittlich (gemessen am Fondssektor) abgeschnitten. Seine relativ offensive Grundausrichtung, das Management darf immerhin 50 statt der üblichen 30 Prozent des Fondsvermögens in Aktien investieren, hat ihm dabei auch im schwierigen Börsenjahr 2018 nicht geschadet. Offenbar funktioniert das hausinterne Analysetool („Prisma Qualitäts- und Potenzial-Navigator“) mehr als ordentlich. Der Fonds hat weitere Besonderheiten, etwa die Neigung, auch mal größere Goldpositionen zu halten oder den Mut, mehr als 30 Prozent des Vermögens in Cash zu parken. Hilfreich finden wir auch  die Investmentexpertise in Asien.

Der Prisma aktiv UI ist ein erfrischend anderer Fonds, der für Stiftungen dennoch oder gerade deswegen bestens geeignet ist. Er eignet sich zur Alleinanlage, aber aufgrund seiner anlagetechnischen Besonderheiten auch zur Kombination mit anderen Stiftungsfonds. Was sonst oft nur mehr vom Gleichen ist,  kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein. Vorbildlich auch, dass die Gesellschaft eine Stiftungstranche für steuerbefreite Anleger aufgelegt hat, die Stiftungen ein Investment noch leichter macht.

 

Defensive Bausteine

Als defensive Bausteine kamen dieses Jahr drei Fonds in Frage, die jeder für sich eine Anlageklasse bzw. Strategie abseits des Mainstreams in den Blick nimmt. In der engen Auswahl war zunächst der Stiftungsfonds des Jahres 2018, der IIV Mikrofinanzfonds. Er wird auch das Jahr 2018 mit einem sehr soliden und (angesichts der Ergebnisse der reinen Stiftungsfonds) überaus zufriedenstellenden Ergebnis beenden. Der Fonds hat unsere Erwartungen nicht enttäuscht. Insbesondere zeigt er im Gegensatz zu vielen anderen Fonds, die das auch beanspruchten, aber 2018 eben nicht belegen konnten, dass er sich unabhängig von den gängigen Anlagemärkten entwickelt. Überzeugt hat unseres Erachtens auch wieder der Optoflex der Bad Homburger Vermögensverwaltung Feri. Der milliardenschwere Fonds, der sogenannte Stillhaltergeschäfte betreibt, also etwa Versicherungen gegen Kursabschwünge (Put-Optionen) verkauft und dafür eine Versicherungsprämie kassiert, aber auch in Aktien und Anleihen direkt investiert, kann unabhängig von der Markttendenz verdienen und hat das in den vergangenen Jahren sehr eindrucksvoll mit Ergebnissen um fünf Prozent per anno getan. Entschieden haben wir uns in diesem Jahr für einen Immobilienfonds.

 

 

Stiftungsfonds des Jahres: Defensiver Baustein Leading Cities Invest (WKN 679182)

Der Leading Cities Invest ist ein offener Immobilienfonds, der von den renommierten Immobilienexperten der KanAm Grund gesteuert wird und vorwiegend Büroimmobilien in europäischen Metropolen besitzt, deren Mieteinnahmen als Fondserträge ausschüttet. Zuletzt kaufte der Fonds eine Immobilie in Toulouse. Er ist auch in Hamburg, Frankfurt, München, Paris, Brüssel und London engagiert. Solche Sachwertsicherung wünschen sich derzeit viele Stiftungen, vor allem wenn die Ertragsentwicklung dieser Investments so stetig verläuft wie die des Leading Cities. Der Chart des Fonds sieht aus wie eine Drachenschnur. Der Fonds hat Anlegern in den vergangenen Jahren (2014-2017) immer Erträge leicht über der Zielrendite von drei Prozent gebracht. Auch 2018 wird er wieder in den Bereich kommen.  Die Stetigkeit liegt wohl auch daran, dass das Auf und Ab an der Börse hier nicht zuschlägt, denn die Bewertung der Immobilien erfolgt nicht durch Börsenhändler, sondern durch unabhängige Gutachter. Die orientieren sich an den langfristig zu erzielenden Mieten der Objekte und berechnen daraus deren Wert.

Offene Immobilienfonds haben weitere Besonderheiten, über die sich Interessenten vor einem Investment erkundigen sollten. Beispielhaft sei hier die Haltedauer von zwei Jahren erwähnt. Leider gehören zu den Besonderheiten auch hohe Ausgabeaufschläge, die aber vor einem langfristigen Investment, und nur als solches macht der Fonds Sinn, nicht abschrecken sollten.

 

Offensiver Baustein

Im offensiven Bereich haben wir in den vergangenen Jahren versucht, Stiftungen beim Aufbau breit gestreuter Assets zu helfen. Dabei kam es uns darauf an, für sich genommen durchaus riskante, aber sich unabhängig von anderen Fondsentwickelnde Bausteine zu finden. Deswegen wollen wir auch (seriöse) Produkte in alternativen Anlageklassen erwähnen, um Stiftungen Anstöße für die Vermögensstrukturierung zu bieten. In dem Zusammenhang war der Partners Group Listed Invested der Schweizer Experten für Alternative Anlagen, Partners Group (gehören zur Credit Suisse), ein heißer Kandidat. Der Fonds investiert sehr erfolgreich in Unternehmen, die wiederum Geld in Unternehmensneugründungen stecken, Wagniskapital bereitstellen. In Frage kam auch der Deutsche Mittelstandsanleihen der KFM. Der Fonds nimmt erfolgreich ein enges, aber sehr interessantes Feld in den Blick: börsengehandelte Anleihen von deutschen Mittelständlern. Stiftungen, die keine Aktien kaufen dürfen, finden hier eine risikobehaftete Alternative. Ausgezeichnet geschlagen hat sich übrigens auch der Gamax Junior Fund, der als offensiver Baustein 2018 von RenditeWerk ausgezeichnet wurde. Entschieden haben wir uns letztlich für einen anderen Fonds.

 

Stiftungsfonds des Jahres: Bester offensiver Baustein  PRIMA - Global Challenges (WKN A0JMLW)

Das Fondsmanagement investiert seit Oktober 2013 in Unternehmen, die die sieben größten globalen Herausforderungen meistern helfen. Dazu zählt Prima, eine kleine ambitionierte Wiesbadener Fondsboutique, die Bevölkerungsentwicklung, die abnehmende Biodiversität, die Entwaldung, das Klima, die Ethik im Wirtschaftsleben, die Armut und die Wasserknappheit. Die Investmentziele helfen nicht nur, sie nutzen auch den Fondsergebnissen. Der Prima - Global Challenges produziert für einen Aktienfonds erstaunlich stabile und hohe Erträge. Selbst das schwierige Börsenjahr 2018 wurde hervorragend und besser als von den allermeisten defensiveren Fonds gemeistert. Verantwortlich dafür ist einer der besten Fondsmanager Deutschlands. Denn die Prima Fonds Service hat vor fünf Jahren den Value-Spezialisten und innovativen Querdenker Hendrik Leber mit der Steuerung des Fonds beauftragt und damit Bewertungssystematiken implementiert, die etwa auch den erfolgreichsten Investor unserer Zeit, Warren Buffet, auszeichnen. Auch bemerkenswert und alles andere als üblich: Anleger können über die Prima-Homepage das „Factbook“ mit allen aktuellen Fondspositionen jederzeit herunterladen.

Stiftungen, die die Zusammensetzung ihres Vermögens in Richtung Aktien ausbauen wollen und dafür einen exzellenten Baustein suchen, werden mit dem Prima - Global Challenges zumindest in mittlerer oder längerer Frist eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit haben, auch wenn mit zwischenzeitlichen Verlusten auch in zweistelliger Höhe jederzeit gerechnet werden muss.

 

 


Stiftungsfonds vergangener Jahre:

 

 

Stiftungsfonds des Jahres 2018

Renditewerk kürt jährlich 3 Stiftungsfonds und 2 Beimischungen des gerade angebrochenen Jahres, also für 2018. Damit ist die Zukunft angesprochen. Die üblichen, auf der Vergangenheit beruhenden quantitativen Kenngrößen sind daher nur eingeschränkt aussagekräftig. Sie spielen zwar bei der Auswahl eine Rolle, aber keine ausschließliche. Die Daten verweisen auf zwei Seiten bzw. zwei Renditefaktoren des Anlageprozesses: Einerseits auf die Märkte und Wertpapiere; andererseits auf das Fondsmanagement. Weil nun mit einem Stiftungsfonds auch ein Fondsmanagement  gewählt wird, rücken wir diesen Aspekt stets in den Vordergrund. Das wird bestärkt durch die Vermutung, dass Leitvorstellungen, Strategien, Expertise sowie Lernfähigkeit des Managements eines Fonds weniger volatil sind als die Wertpapiere bzw. Märkte. Damit können diese nur scheinbar weichen Faktoren als Indikatoren der längeren Frist herangezogen werden, die gegebenenfalls auch einmal eine temporäre Fonds-Underperformance „überstimmen“. Kein Wunder also, dass bei unserer Kür der Stiftungsfonds des Jahres 2018 die für Fonds-Strategie und Taktik zuständigen „Fondsberater“ aus der Tradition von Family Offices bzw. Verwaltungen größerer Stiftungsvermögen stammen. Mit den diesjährigen Stiftungsfonds können auch kleine Stiftungen an dieser Expertise partizipieren.

Renditewerk hat für das Jahr 2018 drei Stiftungsfonds und zwei Beimischungen gekürt. Die Empfehlungen, die wir aussprechen, sind, wie jedes Jahr, als Anregungen gedacht. Denn die eigene Urteilsbildung jeder Stiftung ist entscheidend. Wenn diese durch weitere Informationen und durch Beratungen unterstützt wird, finden wir das umso besser.

 

1. Stiftungsfonds des Jahres: FOS Rendite und Nachhaltigkeit (WKN DWS0XF)

Der FOS Rendite und Nachhaltigkeit trägt seine Programmatik bereits im Namen – den einen Teil als Akronym, den anderen Teil ausgeschrieben und somit bereits auf den ersten Blick verständlich. Zum Akronym. FOS heißt Family Office Strategie. Das ist eine Strategie, die auf viel Erfahrung bei der Verwaltung großer Familienvermögen zurückgreifen kann, wobei die Langfristperspektive und hier zunächst der Kapitalerhalt im Vordergrund steht. Umgesetzt wird diese Strategie beim FOS Rendite und Nachhaltigkeit durch die Deutsche Oppenheim Family Office AG, die als Anlageberaterin des Fonds fungiert. Der zweite Bestandteil des Fondsnamens heißt „Rendite“ - und die soll natürlich auch nicht zu kurz kommen, nicht zuletzt, um für den Stiftungszweck Ausschüttungen zu generieren. Zu diesem Zweck versucht man besonders Kapitalmarktzyklen auszunutzen im Rahmen eines Core-Satellite-Ansatzes umzusetzen. Als global anlegender, defensiver Mischfonds investiert der im September 2009 aufgelegte FOS Rendite und Nachhaltigkeit im Core-Bereich größtenteils in verzinsliche Wertpapiere und im Satellite-Segment bis zu maximal 35 Prozent in Aktien/-fonds. Dabei soll im Rahmen der aktiven Strategie selbstverständlich mehr abfallen, als bei einer passiven Strategie zu erwarten wäre. Das ist dem Fonds in den letzten Jahren eindrucksvoll gelungen. Über drei Jahre lag die Wertentwicklung bei 3,7 Prozent per annum, über 5 Jahre bei 4,4 Prozent p.a. Damit entwickelte sich der Fonds besser als die Morningstar-Kategorie und der Morningstar-Index. Der dritte Bestandteil des Fonds-Namens weist auf den von der oekom research AG zur Verfügung gestellten Nachhaltigkeitsfilter bei der Titelselektion hin, der sowohl im Core- wie auch größtenteils im Satellite-Bereich angewendet wird. Morningstar vergibt dafür in seinem Sustainability-Rating über 3 und 5 Jahre die Maximalbewertung von 5 Globen.

Alles in allem: ein Fonds, der bisher rundweg überzeugen konnte: Die Expertise der Verwaltung großer Vermögen und von Stiftungen, Rendite und Nachhaltigkeit ist bislang hervorragend nachgewiesen. Unser Urteil: hier gilt Nomen est omen in vorzüglicher Weise. Der Fonds kommt von jenen, die wir in die engere Auswahl nahmen, dem idealtypischen Stiftungsfonds am nächsten. Daher haben wir den FOS Rendite und Nachhaltigkeit an die erste Position der drei Stiftungsfonds des Jahres 2018 gesetzt.

 

 

2. Stiftungsfonds des Jahres: Fonds für Stiftungen Invesco (WKN 802356)

Der zweite Stiftungsfonds des Jahres wurde 2003 gegründet und ist damit einer der ältesten Stiftungsfonds überhaupt. Er überzeugt uns mit seiner rationalen, quantitativen Strategie weiterhin und konnte das im vergangen Jahr mit einem der besten Ergebnisse im Stiftungsfondssektor wieder unter Beweis stellen.

Der Fonds für Stiftungen Invesco wird vom Frankfurter Invesco Team „Invesco Quantitative Strategies“ gesteuert, das insbesondere bei Profianlegern großen Erfolg hat und weltweit über hohes Renommee verfügt. Im Fonds für Stiftungen lässt sich das quantifizieren. Das Management schaffte nicht nur 2017 mit einem Ergebnis von 4,2 Prozent einen Spitzenwert im Feld der Stiftungsfonds. Auch 2014 und 2013 lieferte man mit 10,7 und 10,4 Prozent jeweils „Spitzenrenditen“ ab. In der Fünf-Jahreswertung dürfte der Invesco unter dem Strich soviel Rendite für seine Anleger generiert haben wie kein anderer Stiftungsfonds.

Uns überzeugte auch, dass der Fonds selbst im schwierigen Jahr 2011, das viele vergleichbare Anlagen mit einem Minus beendeten, ein Plus (von 4,6%) schaffte.

Uns und vielen Anlegern gefällt, dass der Fonds (mithilfe der renommierten Eiris-Agentur) Nachhaltigkeitskriterien bei der Anlage berücksichtigt, die zuletzt noch einmal verschärft worden sind. Von den 1.400 Titeln, die im MSCI Welt vertreten sind, darf der Fonds gerade in 950 Aktien investieren.

Trotzdem: Anleger sollten sich bewusst sein, mit dem Fonds für Stiftungen Invesco einen offensiveren Vertreter der defensiven Mischfonds vor Augen zu haben. Seit 2003 darf der Fonds 49 Prozent seines Vermögens in Aktien stecken. Seit 2003 ist die Richtlinie eine Mischung aus 50% MSCI Welt Aktien und 50% JPM EMU Government Maturities (Euro) Anleihen. Dazu kommt, dass man keine strikten Risikobudgets mehr hat, die ziemlich sicher vor dem Überschreiten eines Maximalverlustes schützen. Man lässt sich jetzt in jeder Situation, also auch nach eingetretenen Verlusten von der Marktüberzeugung leiten und senkt das Risiko nicht mehr automatisch.

 

 

3. Stiftungsfonds des Jahres: Landert Stiftungsfonds AMI (WKN A1WZ0S)

Der Landert Stiftungsfonds AMI ist ein defensiv anlegender Mischfonds, der auf niedrige Volatilität zielt und 2,5 bis 3 Prozent Ausschüttung liefern soll. Bis zu 100 Prozent des Fondsvermögens können in fest oder variabel verzinsliche Wertpapiere plus Geldmarkt und Bankguthaben investiert werden, maximal 35 Prozent dürfen in Aktien angelegt werden.

Fondsberater ist die Landert Family Office AG, die 2007 in der Schweiz aus der Fusion dreier Häuser aus den Bereichen Investment Research, Vermögensverwaltung und Family Office hervorgegangen ist. Der Fokus lag zunächst auf der Betreuung von Unternehmerfamilien, später kamen Versicherungen, Pensionskassen und insbesondere auch Stiftungen hinzu. Mit dem im November 2014 aufgelegten Landert Stiftungsfonds AMI werden auch kleinere Stiftungen angesprochen.

Als wesentliche Kompetenz hebt Landert die Qualität des eigenen Research hervor, das die Einschätzung  wirtschaftlicher Rahmenfaktoren (Top-down) mit der Bewertung von Unternehmen (Bottom-up) kombiniert. „Research ist unsere DNA. Unser unabhängiges Research ist die Basis unserer Leistungsfähigkeit“ heißt es von Seiten Landerts. Ziel ist es, früher als andere die für Anlageerfolge relevanten Trends zu entdecken und im Fonds umzusetzen. Dabei greift man auf eine eigene Datenbank zu fundamentalen, monetären und markttechnischen Größen zurück. Wesentlich ist auch ein Risikomanagement, das unter anderem auf quantitativen Verfahren basiert. Bei Aktien präferiert man risikoärmere, aber ertragsstarke und zyklisch möglichst unabhängige Unternehmen. Im Anleihen-Teil des Portfolios wird ein Durchschnittsrating von mindestens Investment Grade angestrebt. Dabei praktiziert das Fondsmanagement ein sehr aktives Management, um Chancen offensiv zu nutzen und Risiken zugleich zu mindern; so reduzierte man etwa in der Brexit-Zeit den Aktienanteil auf 11 Prozent; ein Jahr später war man schon wieder bei 30 Prozent. Im Rentensegment dominieren Unternehmensanleihen – neben den Investmentgrade auch Noninvestmentgrade und nicht geratete Anleihen, was besondere Anforderungen an das Research stellt. Der Fonds zielt derzeit auf Renditen zwischen 3 - 4 Prozent über eine mehrjährige Periode; zugleich wird eine kontinuierliche Ausschüttung von 2,5 bis 3 Prozent p.a. angestrebt. Renditegenerator ist derzeit vor allem das Aktienportfolio, wobei man glaubt, dass hierfür ein 25-prozentiger Aktienanteil mit flexibler Anpassung ausreichend ist. Die Wertentwicklung beträgt über ein 1 Jahr 3,33%, über 3 Jahre 2,93 Prozent p.a., was ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis im Vergleich zur Fondskategorie ist. Bei einer Risikoeinstufung von 3 von 7 Stufen wird die Sharpe Ratio über drei Jahre mit 0,91 angegeben, was gleichfalls ein guter Wert ist.

Nachhaltigkeit steht zwar nicht im Vordergrund des Fonds, aber sie wird auch nicht außen vor gelassen. Beim Nachhaltigkeitsrating vergibt Morningstar 2 von 5 Globen.

Für uns ist der Stiftungsfonds von Landert ein hervorragender Fonds, der bisher halten konnte, was er versprach. Dafür haben wir ihn auf die dritte Position der Liste der Stiftungsfonds des Jahres gesetzt.

 

 

Stiftungsfonds des Jahres: Beste Beimischung (defensiv): Mikrofinanzfonds (DE000A1H44S3)

Für die Beimischung haben wir einen ausgesprochenen Nachhaltigkeitsfonds ausgewählt, der darüber hinaus jedoch auf der Finanzseite weitere Vorteile für die Anleger hat: den IIV Mikrofinanzfonds I. Der 2011 auf Betreiben von der Invest in Visions GmbH unter Edda Schröder als erster in Deutschland aufgelegter Mikrofinanz-Fonds ist für Stiftungen gedacht, die mit Impact Investing – also wirkungsbezogenem Investieren – eine spezifische gute Sache unterstützen wollen. Der Fonds unterstützt ärmere Bevölkerungsteile in Dritt- und Schwellenländern beim Zugang zum Kreditmarkt durch eine Refinanzierungsstrategie. Das geschieht, indem aus dem angelegten Kapital unverbriefte Darlehensforderungen an Mikrofinanzinstitute (MFIs), die einen an finanziellen und sozialen Kriterien orientierten strikten Auswahlprozess durchlaufen haben, vergeben werden. Die ausgewählten Institute verleihen nun ihrerseits das aufgenommene Kapital überwiegend an Kleinunternehmer, etwa in Landwirtschaft, Handel oder Handwerk. Nach rund einem Jahr werden die Mikrokredite durchschnittlich getilgt. Die MFIs zahlen die Darlehen plus Zinszahlungen an den IIV Mikrofinanzfonds zurück – wobei die Rückzahlungsquoten bei 95-98 Prozent liegen. Die Anleger erhalten über den Fonds dann eine moderate, aber stetige Rendite.

Damit kommen wir zum zweiten Aspekt, dem finanziellen für die Anleger. Ein Vorteil, der für Mikrofinanz-Anlagen angeführt wird, ist die schwache Korrelation mit traditionellen Anlageklassen. Hinzu kommt der Diversifikationseffekt, den man im Fonds zur Risikoreduktion nutzt. Der 2011 aufgelegte IIV Mikrofinanzfonds erzielte seither in jedem Jahr eine positive Wertentwicklung. Über ein Jahr beträgt sie aktuell 2,3%, über 3 Jahre p.a. gleichfalls 2,3% und über 5 Jahre p.a. 3,12%. Der Fondskurs fällt durch eine äußerst geringe Schwankungsneigung auf. Das schlägt sich in einer sehr hohen Sharpe Ratio über drei Jahre von 5,42 (Morningstar) des mit Risikostufe 2 (von7) bewerteten Fonds nieder. Eine ideale Kombination von Impact Investing und Sicherheit bei einer durchaus beachtlichen Wertentwicklung bewog uns, diesen Fonds als Beimischung zu empfehlen.  Wir raten aktuell dazu, nicht mehr als 40 Prozent des Stiftungsvermögens in dieses Produkt zu investieren und sich vorab eingehend beraten zu lassen.

 

 

Stiftungsfonds des Jahres Beste Beimischung (offensiv): Gamax Fund Junior I (A1JU6B)

Die beste offensive Beimischung wurde aus verschiedenen Gründen ausgewählt. Erstens überzeugt die Wertentwicklung. 2017 hat der Gamax Fund Junior I wieder ein zweistelliges Plus (12,4%) für die Anleger generiert. Damit hat der Fonds in der Fünf-Jahres-Sicht viermal zweistellige Renditen erwirtschaftet.

Neben der Wertentwicklung überzeugt uns das klare Strategieprofil. Das Fondsmanagement setzt weltweit auf Aktien „von Gesellschaften, deren Produkte oder Dienstleistungen vor allem auf die jüngere Generation ausgerichtet sind. Der Fonds wird auf die Anlagen Wert legen, die ein langfristiges Wachstumspotential haben.“ Man hat deswegen zum Beispiel Eigentumsanteile an Alibaba und Amazon, den beiden Online-Riesen aus den USA und China, an Apple, Alphabet (Google) oder Sportschuhverkäufer Nike erworben. Die Auswahl hat sich nicht nur in der Vergangenheit als renditestark erwiesen. Die Zukunftswerte passen unseres Erachtens in langfristig ausgelegte Stiftungsportfolios besonders gut. Die langfristige Wachstumsperspektive als entscheidendes Kriterium der Aktienauswahl wird sich insbesondere für langfristige Anleger auch in Zukunft auszahlen.

In dem Zusammenhang ist auch die Expertise des Fondsmanagements zu erwähnen. Die verantwortliche Fondsgesellschaft Gamax konzentriert sich auf administrative Aufgaben. Für das Management, also die Titelauswahl und die Kauf- und Verkaufsentscheidungen, hat man sich die Dienste von Dr. Jens Ehrhardt gesichert. Der Doyen der deutschen unabhängigen Vermögensverwaltung, der (zusammen mit seinem Team) mittlerweile eine mittelgroße Fondsflotte steuert, ist zugleich einer der besten Adressen im deutschen Asset Management.

Uns gefällt auch, dass der Fonds nicht immer zu hundert Prozent in Aktien investiert sein muss. Er kann bis zu 49 Prozent des Vermögens in festverzinslichen Wertpapieren halten und hat damit eine Möglichkeit, Verluste zu begrenzen.

Auch ein Stiftungsfonds des Jahres hat selbstverständlich auch weniger starke Seiten. Dazu gehört, dass er die Erträge nicht ausschüttet. Stiftungen müssen Anteile verkaufen, um ordentliche Erträge zu generieren. Happig ist auch die Mindestgröße von einer Million Euro, die den Fonds eher für mittelgroße und größere Stiftungsvermögen attraktiv machen sollte. Stiftungen, die mit weniger Kapital einsteigen wollen, müssen mehr als die (günstigen) 1,16 Prozent an laufenden Kosten zahlen.

Und selbstverständlich ist der Fonds (als offensiver Baustein) riskanter als ein „normaler“ Stiftungsfonds. Das drückt sich auch in der Risikokennzahl von 5 auf der Skala von 1 bis 7 (KIID) aus. Üblicherweise sind Stiftungsfonds auf der Skala bei 3 oder 4  gerankt. Stiftungen sollten deswegen nicht mehr als 10 Prozent des Vermögens in den Gamax investieren und sich vorab noch weiter informieren.