Stiftungsfonds des Jahres

Stiftungsfonds des Jahres

Hier finden Sie die aktuellen und  vergangenen Auszeichnungen für die Stiftungsfonds des Jahres:

 

Im zurückliegenden Börsenjahr gab es eine besondere Herausforderung für Fonds und deren Manager. Wir meinen den Börseneinbruch im Januar 2016. Nach wenigen Tagen des neuen Börsenjahres sackte der Dax plötzlich um bis zu 20 Prozent ab. Wer zu sehr auf Aktien oder Anleihen mit mittleren Laufzeiten gesetzt hatte, verlor Boden. Manche Manager hatten in wenigen Tagen den Spielraum für das gesamte Jahr vertan. Insbesondere für Stiftungsfonds, für die die Begrenzng von Verlusten ja eine besondere Bedeutung hat, bestand die Gefahr, die Bücher gleich am Anfang des Jahres wieder schließen zu müssen. Wir haben uns deswegen für die Auszeichnung des Stiftungsfonds in diesem Jahr besonders angesehen, welche Stiftungsfonds die Klippen zu Beginn des Jahres 2016 umschifft hat und wer gute Chancen hat, auch künftige Herausforderungen zu meistern.

Grundsätzlich haben Fonds drei Möglichkeiten, sich auf Börsenturbulenzen einzustellen. 1. Die Multi-Asset-Strategie ist es, sich nicht auf prognostische Fähigkeiten zu verlassen, sondern den Fonds so zu konstruieren, dass er so etwas wie automatische Stabilisatoren hat. Das bedeutet, dass in Zeiten schwacher Aktien eben genügend andere Renditebringer im Fonds vorhanden sein müssen, um ein ausreichendes Gesamtergebnis zu erzielen. 2. Die traditionelle Form der Fondssteuerung richtet sich nach den Prognosen, die das Fondsmanagement laufend erstellt. Sie schätzt die kommenden Marktphasen ein und kauft dann frühzeitig etwa längerfristige Anleihen und Rohstoffe oder Immobilien, wenn schwache Aktienzeiten erwartet werden. Vor dem erwarteten Aktienaufschwung schichten diese Fonds dann wieder um. 3. Eine dritte Strategie legt den Fokus darauf, das Risiko eines Fonds dynamisch anzupassen, indem bei schlechter laufenden Märkten das Risiko zurückgefahren wird und in gut laufenden Marktphasen peu a peu Risiken zugelegt werden.

Wir haben Vertreter aller drei Strategien ausgezeichnet. Den konzeptionell orientierten BKC Treuhand küren wir zum 1. Stiftungsfonds des Jahres 2017. Der traditionell aktive Fonds der Kölner Boutique Flossbach von Storch ist der 2. Stiftungsfonds des Jahres. Und der 3. Stiftungsfonds des Jahres ist der dem Absolute Return Ansatz folgende MEAG FairReturn. Herzlichen Glückwunsch!

 

1. Stiftungsfonds des Jahres 2017 – BKC Treuhand Portfolio

Für viele Leser dürfte der 1. Stiftungsfonds des Jahres ein alter Bekannter sein, schließlich wurde er schon 2015 von uns ausgezeichnet. Jetzt hat er im Jahresvergleich eines der besten Ergebnisse aller Stiftungsfonds erreicht. Wer den Paderborner Fondsmanager Bernhard Matthes nach den Erfolgsfaktoren des BKC Treuhand Portfolio im vergangenen Jahr befragt, hört dies: Das Konzept des Fonds habe sich wieder bewährt.

Der Fonds ist ein eher offensives Vehikel, obwohl sein Aktienanteil nicht über 15 Prozent steigen soll. Mathes vertritt ein im Stiftungsfondsbereich eher selten anzutreffendes Multi Asset Konzept, das im Kern möglichst viele Anlageklassen neben Aktien und Anleihen als ergebnissteigernd ansieht. Tatsächlich hat der Fonds, so Matthes "im vergangenen Jahr gerade mit seinen alternativen Anlagen und seiner antizyklischen Politik gepunktet“. Der Rohstoff-Anteil habe im schwierigen Jahresbeginn profitiert. Außerdem hat die Volatilitätsstrategie, die Gewinne bringt, wenn es an den Märkten rauher wird, wichtige Performancebeträge geliefert. Zum Multi-Asset-Ansatz gehört auch ein starker Schwellenländer-Anteil. Unter dem Strich hat auch der positive Ergebnisbeiträge geliefert auch wenn da auch einiges, etwa  Mexiko, „weh getan hat“, so Matthes. Unter dem Thema Antizyklik verbucht der Fondsmanager seine Fokussierung auf den Anleihenbereich mit langen Restlaufzeiten.

2016: Ein Jahr, in dem sich das Konzept des Treuhand Portfolios wieder einmal bewährt hat. Wir glauben, das es das noch häufiger tun wird und Stiftungen deswegen gerade in mittel- und langfristiger Sicht ein hervorragendes Anlageinstrument haben, auch wenn es in einzelnen Jahren Rückschläge geben kann. Übrigens: Nicht unerwähnt darf bleiben, dass der Fonds eines der glaubwürdigsten Nachhaltigkeitskonzepte im Bereich vertritt, dass er unter dem Strich sehr günstig ist, dass es keine Unterschiede in der Preisgestaltung zwischen kleinen und großen Stiftungen gibt und und und…

2. Stiftungsfonds des Jahres 2017 –  Flossbach von Storch SICAV Stiftung

Die Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, die von den beiden ehemaligen Goldman Sachs Bankern Kurt von Storch und Bert Flossbach 1998 gegründet wurde, hat sich in wenigen Jahren einen formidablen Ruf erworben. 2016 wurde sie als beste deutsche Fondsboutique (= kleinere Fondsgesellschaft) in Europa vom renommierten Ratingunternehmen  Morningstar ausgezeichnet. Das Flaggschiff der Kölner ist der milliardenschwere FVS Multiple Opportunities Fonds. Gemessen an dessen Volumen ist der Stiftungsfonds eher ein kleines Leichtgewicht. Aber im Schatten des Großen hat sich das Vehikel, das im traditionellen Universum mit Anleihen, Aktien und Gold agiert, dabei aber regelmäßig etwas offensiver als die üblichen Stiftungsfonds ist, sehr gut entwickelt. Seit sechs Jahren hat der Fonds seinen Anlegern kein negatives Ergebnis beschert. In 2016 ist man im Aktienbereich, so Fondsmanager Elmar Peters, mit einer grundsätzlich eher marktneutralen Ausrichtung gegangen. Angesichts der multiplen Unsicherheiten wie der stotternden Weltwirtschaft, der aus dem Ufer gelaufenen Zentralbankpolitik, der nahenden Brexit-Entscheidung, der US-Wahl etc., habe man sich breit gestreut aufgestellt. Peters hat im Jahresverlauf Gewinne bei erstklassigen, weitgehend konjunkturunabhängigen Titeln (z.B. Nestlé oder Unilever), die zuvor sehr gut gelaufen waren, mitgenommen. Aufgestockt wurden stattdessen die Beteiligungen an Qualitäts-Zyklikern (etwa BASF oder Dt. Post). Nachdem die defensiven Aktien im Zuge der US-Wahl jedoch deutlich nachgegeben haben, wurde ihr Anteil am Portfolio wieder aufgestockt. Wie zu Beginn 2016 startet der Fonds also auch in 2017 mit einem Schwerpunkt auf defensiven Qualitätstiteln. Im Anleihenbereich hat sich der Fokus auf US-Titel als goldrichtig erwiesen. Da hat man sowohl am Kupon (also an der Zinszahlung) als auch von der Kursentwicklung als auch von  der Währungsentwicklung (dem stärkeren Dollar) profitiert. Eher negativ ist es nur im Gold gelaufen. Zwar hat der Kurs zu Jahresbeginn noch stabilisierend auf das Depot gewirkt und auch die Notierung im Dollar hat geholfen. Aber unter dem Strich habe Gold einen negativen Ergebnisbeitrag geliefert.

Der kursorische Überblick zeigt: Das klassische aktive Fondsmanagement, dem sich der Flossbach-Fonds verpflichtet sieht, ist ein schwieriges Geschäft. Aber: Flossbach von Storch beherrscht das. Zusammen mit den auch im Vergleich sehr günstigen Kosten, der Reputation des Hauses und dem günstigen steuerlichen Modus im neuen Jahr – man erspart den Stiftungen, sich umständlich Dividendensteuern zurückzuholen – gibt es gute Gründe, den Flossbach von Storch Stiftungsfonds auszuzeichnen.

3. Stiftungsfonds des Jahres 2017– MEAG FairReturn

Ein alter Bekannter, der sich im vergangenen Jahr wieder gut geschlagen hat, ist der Fonds der Münchener Munic Re-Tochter MEAG. Die Bayern sind Meister im Umgang mit Risikobudgets. Ihr Absolute Return Ansatz ist von uns häufig gelobt worden. Er besteht im Wesentlichen (und vereinfacht ausgedrückt) darin, zu Jahresanfang zu definieren, welcher Teil des Vermögens über das Jahr riskiert werden darf. Dieses Risikobudget wird dann auf verschiedene „Wetten“ aufgeteilt. Unter Wetten verstehen Finanzmarktprofis Investments, bei denen man von einer anziehenden oder eher abflauenden Konjunktur, von steigenden oder eher von weiter sinkenden Zinsen, vom Immobilienboom, der Euro-Krise, dem Brexit oder anderen Ereignissen oder Entwicklungen profitiert. Wer sein Risikobudget 2016 falsch gewichtete und am Jahresanfang zu viel riskierte, musste nach dem heftigen Einbruch im Januar vielleicht schon im Februar „seine Bücher schließen“, das heißt Risiken so weit wie möglich aus dem Fonds nehmen. Das FairReturn-Management hat, das zeigen der Preisverlauf der Anteile und das Anlageverhalten, diszipliniert und mit Bedacht agiert. Im Januar hat der Fonds nicht mehr als drei Prozent verloren und auf Jahressicht konnte man Anlegern in der Institutionellen-Tranche 2,2 Prozent Rendite bescheren.

Wir zeichnen den Fonds auch deswegen aus, weil er unseres Erachtens die am besten für die Stiftungserfordernisse geeignete Strategie vertritt. Denn Stiftungen müssen besonderes Gewicht auf die Vermeidung von negativen Ergebnissen legen. Und dazu scheint uns die asymetrische Verteilung der möglichen Jahresergebnisse, die zumindest dem Schulbuch nach aus einem Absolute Return Ansatz mit Risikobudgets folgt, angemessen. Stiftungsgemäß finden wir es auch, dass der MEAG FairReturn auch ein nachhaltig anlegender Fonds ist. Mit der spezialisierten Agentur Oekom Reseach hat man einen überaus renommierten Partner für die Auswahl und Kontrolle geeigneter Wertpapiere an der Seite. In schwachen Börsenjahren können sich viele Stiftungen, die hier investiert sind, damit trösten, schon durch das Investment des Vermögens etwas im Sinne des Stiftungszweckes getan zu haben.

 

Stiftungsfonds des Jahres 2017 – Beste Beimischung – Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen liefert Jahr für Jahr beständig positive Performancebeiträge für das Stiftungsvermögen. Die Stiftungen, die in den Fonds seit unserer ersten Auszeichnung investierten, dürfen sich über eine Gesamtrendite von mehr als 50 Prozent freuen. Uns ist es besonders wichtig, dass der Fonds, der in Nebenwerte investiert, seit der ersten Auszeichnung kein negatives Jahr verzeichnen musste (obwohl Anleger sich bewusst sein müssen, dass dies in diesem Bereich immer möglich ist). Dieser Erfolg von Fondsmanager Frank Fischer macht den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, der für ein im Nebenwerte-Sektor investierendes Vehikel auch erstaunlich günstig ist, wieder zum ersten Anwärter für die Auszeichnung zur besten Beimischung.

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ist ein schon fast legendäres Produkt und – aus  unserer Sicht ein fester Baustein des Stiftungsvermögens.

Der Fonds ist mittlerweile rund 1,7 Milliarden Euro schwer. Kein Wunder: Neben etlichen Stiftungen sind es viele private und institutionelle Investoren, die Fischer ihr Geld anvertrauen. Der Manager weiß allmählich buchstäblich nicht mehr wohin damit. Denn Nebenwerte sind nicht unbegrenzt aufnahmefähig. Und Fischer muss, will er nicht zu große Positionen in einzelnen Titeln halten, bei der Anlage immer mehr Kompromisse machen. Deswegen ist es nur konsequent, dass man im Verlauf dieses Jahres ein sogenanntes Soft-Closing für den Fonds einführte. Geld wird danach nur noch von Investoren akzeptiert, die schon investiert sind. Stiftungen, die einen Teil ihres Stiftungsvermögens von Fischer verwaltet sehen möchten, müssen entweder warten oder sollten sich alternativ den Absolutissimo-Fonds (A0RC61) oder den Prima – Globale Werte (A0D9KC) einmal ansehen.

 

Im zurückliegenden Börsenjahr gab es eine besondere Herausforderung für Fonds und deren Manager. Wir meinen den Umgang mit dem Börseneinbruch im Januar 2016. Nach wenigen Tagen des neuen Börsenjahres sackte der Dax plötzlich um bis zu 20 Prozent ab. Wer zu sehr auf Aktien oder Anleihen mit mittleren Laufzeiten setzte, verlor Boden. Wewr unvorbereitet oder mit der falschen Vermögensstrategie in dieses Loch stolperte, hatte in wenigen Tagen den Spielraum für das gesamte Jahr vertan. Insbesondere für Stiftungsfonds, für die die Begrenzng von Verlusten ja eine besondere Bedeutung hat, bestand die Gefahr, die Bücher gleich am Anfang des Jahres wieder schließen zu müssen. Wir haben uns deswegen für die Auszeichnung des Stiftungsfonds in diesem Jahr besonders angesehen, welche Stiftungsfonds die Klippen gemeistert haben und wer gute Chancen hat, auch künftige Herausforderungen zu meistern.

Grundsätzlich haben Fonds drei Möglichkeiten, sich auf Börsenturbulenzen einzustellen. 1. Eine gängige Strategie ist es, sich nicht auf prognostische Fähigkeiten zu verlassen, sondern den Fonds so zu konstruieren, dass er so etwas wie automatische Stabilisatoren hat. Das bedeutet, dass in Zeiten schwacher Aktien eben genügend andere Renditebringer vorhanden sein müssen, um ein ausreichendes Gesamtergebnis zu erzielen. 2. Die traditionelle Form der Fondssteuerung richtet sich nach den Prognosen, die dei Manager erstellen. Sie schätzen die kommenden Marktphasen ein und kaufen dann frühzeitig etwa längerfristige Anleihen und Rohstoffe oder Immobilien, wenn schwache Aktien erwartet werden. Vor dem Aktienaufschwung schichten diese Fonds dann wieder um. 3. Eine dritte Strategie legt den Fokus darauf, das Risiko eines Fonds dynamisch anzupassen, indem bei schlechter laufenden Märkten das Risiko zurückgefahren wird und in gut laufenden Marktphasen peu a peu Risiken zugelegt werden.

Wir haben Vertreter aller drei Strategien ausgezeichnet. Der konzeptionell orientierte BKC Treuhand küren wir zum 1. Stiftungsfonds des Jahres 2017. Der traditionell aktive Fonds der Kölner Boutique Flossbach von Storch ist der 2. Stiftungsfonds des Jahres. Und der 3. Stiftungsfonds des Jahres ist der dem Absolute Return Ansatz folgende MEAG FairReturn. Herzlichen Glückwunsch!

 

 

 

 



 

 

 

 

Stiftungsfonds des Jahres 2016

Das Börsenjahr 2015 hatte es in sich. Der DAX, das führende deutsche Aktienbarometer, stieg erst von von 9.700  auf über 12.000 Punkte und ging dann zurück auf 9.400 Punkte, um zum Jahresende wieder eine Art Rally hinzulegen. 25 Prozent Verlust in der Spitze, allein das bringt viele Fondsmanager zum Schwitzen. In Strömen läuft der Schweiß dann, wenn dazu auch die Anleihenmärkte Achterbahn fahren. Genau das passierte. Die Zinsen gingen bis Mitte April zurück (was steigende Anleihenkurse bedeutet) und dann plötzlich sprach  - nach einem Absturz des Bund-Futures - alles für die große Zinswende. Würden die Zinsen, die seit 30 Jahren im Sinkflug sind, jetzt für Jahre und Jahrzehnte steigen?  Wer auf den neuen Trend vertraute, der verlor allerdings postwendend, weil die Zinsen ab Anfang Juli dann doch wieder den Weg nach unten einschlugen. Den doppelten Zick-Zack-Kurs von Aktien und Anleihen haben die meisten Stiftungsfonds erstaunlich gut verkraftet. Von den 48 Fonds, die für die Alleinanlage des Stiftungsvermögens in Frage kommen, lagen per Ende November nur fünf im Minus. Die Auswahl der Stiftungsfonds des Jahres ist uns auch deswegen nicht leicht gefallen. Mit Blick auf die Anlagechancen in den kommenden Jahren haben wir uns dieses Mal für etwas offensivere Fonds entschieden.

 

 

1. Stiftungsfonds des Jahres – Fonds für Stiftungen Invesco

 

Der erste Stiftungsfonds des Jahres, der Fonds für Stiftungen von Invesco, überzeugt uns mit seiner Strategie der kontrollierten Offensive. Der Neuling schafft es gleich auf Platz eins, aber halt: Neuling trifft es beim Invesco-Fonds wirklich nicht. Das Vehikel wurde immerhin schon 2003 gegründet und ist damit einer der ältesten Stiftungsfonds überhaupt.

Seit 2003 ist er auf die Bedürfnisse von kleineren Stiftungen zugeschnitten, die sich keinen Spezialfonds zimmern lassen können. Seit 2003 darf der Fonds 49 Prozent seines Vermögens in Aktien stecken. Seit 2003 ist der Vergleichsmaßstab eine Mischung aus  50% MSCI Welt Aktien  und 50% JPM EMU Government Maturities (Euro) Anleihen. Und seit 2003 berücksichtigt der Fonds (mithilfe der renommierten Eiris-Agentur) Nachhaltigkeitskriterien bei der Anlage. Wie streng die sind, zeigt sich schon am Aktienuniversum. Von den 1.400 Titeln, die im MSCI Welt vertreten sind, darf der Fonds gerade in 950 Aktien investieren.

Dass man „anständig“ anlegt und dennoch den Vergleichsindex nicht aus den Augen verliert – die Abweichung der Fonds-Aktien-Ergebnisse vom Vergleichsindex, der sogenannte Tracking Error, beträgt gerade mal 2,8% - macht Co-Fondsmanagerin Manuela von Ditfurth stolz.

Stolz kann von Ditfurth auch auf die Ergebnisse im Vergleich zu den anderen Stiftungsfonds sein. In 2015 liegt man mit einer Performance um drei Prozent  im oberen Drittel der Gruppe. 2014 und 2013 war man mit Ergebnissen von 10,7 beziehungsweise 10,4 noch besser positioniert. Uns beeindruckt insbesondere das gute Abschneiden in 2011, als man im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten einen Gewinn (4,6%) machte. Von Ditfurth führt das auf die aktive Aktiensteuerung zurück. Mit dem hochentwickelten System, das die Aktienquote von null bis 49% sehr dynamisch steuert, hat man sich 2011 früh genug aus dem Markt verabschiedet und ist deswegen den großen Verlusten im Aktienbereich zum Jahresende ausgewichen.

Dass das allerdings nicht immer gelingt, zeigen die Ergebnisse von 2007 bis 2009. Damals schrieb der Fonds zweimal rote Zahlen (-1,7% und -7%). Von Ditfurth weiß, dass man mit einem offensiven Konzept in rote Zahlen rutschen kann. Sie ärgert, dass man in beiden Jahren und 2009 nach dem Absturz nicht stärker vom Anstieg profitieren konnte.

Der Grund: Der Fonds hatte sich eine Fondspreisuntergrenze verordnet, um Verluste für Anleger zu begrenzen. Eigentlich eine beruhigende Maßnahme. Wenn das mangement dann aber in der Nähe des Maximalverlustes angelangt ist, kann er kaum noch Risiken eingehen und deswegen nur scheibchenweise an den sich erholenden Märkten teilhaben. Aus der (lähmenden) Erfahrung hat man gelernt: Die Fondspreisuntergrenze ist gefallen. Man lässt sich jetzt nur noch von der eigenen Markteinschätzung bewegen. Das bedeutet aber, und Stiftungen müssen sich dessen bewusst sein, dass der Fonds auch mal tiefer in die roten Zahlen abrutschen kann. Auf der anderen Seite wird er unseres Erachtens mittel- und langfristig wahrscheinlich zu den erfolgreichsten und performancestärksten Produkten des Sektors gehören.

Fazit: Stiftungen, die bereit sind, den Herausforderungen der aktuellen Kapitalmarktsituation  etwas offensiver zu begegnen, finden im bewährten (wenn auch im Vergleich nicht ganz billigen) Stiftungsfonds von Invesco eine hervorragende Alternative.


2. Stiftungsfonds des Jahres - LAM Stifterfonds

Unter dem Strich zufriedenstellend, so bewertet Fondsmanager Michael Woischnek das Jahr 2015 für den LAM Stifterfonds. Es sei schwierig gewesen, mit den hohen Volatilitäten sowohl im Aktien- als auch im Rentenbereich. Uns hat der 1.Stiftungsfonds des (Vor-)Jahres auch nicht enttäuscht. Und nicht nur, weil Woischnek und sein Co-Manager Erwin Lochten ihre anlagepolitische Disziplin 2015 erneut unter Beweis gestellt haben und zum Jahresende die drei Prozentmarke fest im Blick haben.

Der Fonds – das darf dem Management hoch angerechnet werden – hat eine ausgeprägt defensive Grundhaltung. Er ist für uns erste Alternative für die konservativen unter den Stiftungsanlegern, die wissen, dass es ganz ohne Risiken nicht mehr geht, die aber im LAM Stifterfonds genügend Sicherheitsnetze für das nächste Jahr sehen. Dazu gehört natürlich zuerst die Tatsache, dass der Fonds in zwei Anlageklassen investiert ist, das er also streut. Zweitens: Mit einem Aktienanteil von maximal 25% ist der Fonds zudem im risikoreicheren Teil des Anlageuniversums zurückhaltend. Viele andere Stiftungsfonds erlauben einen Aktienanteil von 30 Prozent  oder sogar mehr. Drittens legt der Fonds sowohl auf der Aktien- als auch auf der Anleihenseite nur in Euro an. Er hat wohl auch deswegen Währungsgewinne, die andere in Fremdwährungen investierende Fonds mitgenommen haben, liegen gelassen. Aber dafür gibt es eben auch das Risiko eines Währungsverlustes nicht. Viertens: Auf der Anleihenseite ist die Bonitätsanforderung an Schuldner hoch. Man investiert nur in Anleihen, die im Investmentgrade-Bereich geratet sind, also als hochsicher gelten. Fünftens bietet die strikte Risikobudgetierung ein weiteres Netz, das Anleger vor allzu tiefen Tälern bewahren sollte. Der Fonds riskiert im Laufe des Jahres nicht allzuviel mehr, als er an Zinsen und Dividenden zu vereinnahmen glaubt und er verringert das Risiko sukzessive, wenn die Verlustzone näher rückt. Angesichts der niedrigen Zinsen kann man damit auf Jahresfrist zwar keine Verluste ausschließen, aber der Fonds sollte in jedem Fall den einstelligen Verlustbereich auf Jahresfrist nicht überschreiten. Sechstens, und das betont das Management, werden zur Absicherung auch Futures eingesetzt. Man verkauft dann zum Beispiel einen Bund-Future, also eine Anleihe der Bundesrepublik Deutschland zu einem festen Kurs zu einem künftigen Datum. Wenn die Anleihenkurse dann in der Zwischenzeit unter dem im Future festgelegten Preis sinken, hat man dann den Kursverlust der eigenen Anleihen durch die Gewinne des Futures wenigstens zum Teil ausgeglichen.

Fazit: Der LAM Stifterfonds ist ein hervorragender Fonds, der von Stiftungen, die bislang nur in Anleihen investiert waren, genau betrachtet werden sollte.         .

 

 

3. Stiftungsfonds des Jahres - Triodos Sustainable Mixed Fund

 

Gerade hat der Triodos Sustainable Mixed Fund zwei Sterne für seine nachhaltige Ausrichtung vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) bekommen. Für uns stand schon vorher fest, dass er zu einem der Stiftungsfonds des Jahres gekürt werden würde. Der Fonds gehört zu den Bestperformern unter den Stiftungsfonds. Er ist legt konsequent nachhaltig an und überzeugt mit einer strategischen Ausrichtung, die wir für die nächsten Jahre als geeignet erachten, den Anforderungen einer Stiftung an ihre Geldanlage weitgehend gerecht zu werden.

Der Triodos Sustainable Mixed Fund  ist kein typischer Stiftungsfonds, kein defensiver Mischfonds. Statt maximal 30 Prozent in Aktien investieren zu dürfen, muss der Fonds mindestens 30% seines Vermögens in Aktien halten. Der Anteil darf maximal bis zu 60 Prozent ausgedehnt werden. Stiftungen, die sich interessieren, müssen wissen: Der Fonds ist deutlich offensiver als andere und ähnlich wie beim Fonds für Stiftungen von Invesco ist auch ein zweistelliger Jahresverlust nicht gänzlich auszuschließen. Aber dafür sollten die mittelfristigen Ergebnisse mehr als entschädigen.

2015 wird das Fondsergebnis ganz weit oben in der Vergleichsgruppe angesiedelt sein. Auch die Jahre zuvor war er  mit Ergebnissen von 12,2 % (2014) und 7,1% (2013) hervorragend dagestanden. Kein Wunder, dass Ratingangenturen wie etwa Morningstar das Produkt mit fünf Sternen sehr hochgeschätzt haben. Im Jahr 2015 hat das sehr gute Ergebnis übrigens direkt mit dem sehr guten Entwicklung nachhaltiger Aktien zu tun. Natürlich sind  Rückschläge im Nachhaltigkeitsbereich jederzeit möglich (und schon gesehen worden). Aber klar ist auch, dass Nachhaltigkeit ein Megatrend an den Märkten ist. In der längeren Frist  sitzt man damit unseres Erachtens auf dem richtigen Börsengaul.

Leider (oder zum Glück) gibt es auch in diesem Fonds Verbesserungspotenzial. Wir sehen das vor allem im Kostenbereich. Mit 1,23 Prozent laufenden Kosten (s. Morningstar) ist der Fonds im Vergleich zu vielen Stiftungsfonds nicht billig. Allerdings ist zu bedenken, dass die höheren Kosten wohl auch mit dem höheren Aktienanteil zu tun haben. Stiftungen sind dennoch angehalten, bei der Anlage noch einmal nachzuverhandeln.

Noch ein Wort zum Unternehmen: Triodos wurde 1980 in den Niederlanden gegründet und ist heute nach eigenen Angaben die größte Nachhaltigkeitsbank in Europa. Man vergab 2014 an 600.000 Kunden 36.000 Kredite. Die Kredite werden ausschließlich für Projekte vergeben, die den Nachhaltigkeitskritereien der Bank genügen. Die Besonderheit von Triodos bestätigt sich auch durch die einzigartige Rechtskonstruktion. Privatpersonen und institutionelle Investoren, die sich an der Bank beteiligen wollen, können aktienähnliche Rechte über die Stiftung erwerben. Kein Eigner dieser Rechte ist jedoch befugt, mehr als 10 % der Unternehmensanteile zu halten und das Stimmrecht ist auf 1000 Stimmen begrenzt. Zu den größten Aktionären der Triodos Bank zählen gegenwärtig die Coöperatieve Centrale Raiffeisen-Boerenleenbank BA und Delta Lloyd Levensverzekering N.V.

Fazit: Der Triodos Sustainable Mixed Fund wird unseres Erachtens in den nächsten Jahren im Schnitt überdurchschnittliche Erträge bei konsequenter nachhaltigkeits-Ausrichtung erwirtschaften.

 

 

Stiftungsfonds des Jahres – Beste Beimischung –Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen

Wir würden gerne auch einmal einen anderen als immer nur den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zur besten Beimischung küren. Aber leider zwingt uns das Fondsmanagement Jahr für Jahr dann doch wieder ‚in die Spur‘. 2015 war wieder so ein Jahr, das uns an 2011 erinnerte, dem Jahr, dem der Fonds seinen fantastischen Ruf verdankt. Wieder stiegen zum Jahresanfang die Kurse mit optimistischen Aussichten nach dem Peak der Eurokrise von Januar bis April von 9.700 bis 12.400 Punkte an. Doch dann bröckelten die Kurse von Aktien weltweit, weil die Schwellenländer ihre Wachstumserwartungen nicht erfüllen konnten. Der DAX gab bis Ende September wieder bis auf 9.400 Punkte nach. Die Schwellenländermärkte traf es noch viel schlimmer. Zu den wenigen Aktienfonds, die sich dem Trend entziehen konnten, gehörte der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Sein Anteilswert sank von April bis Ende September nicht um 25 Prozent, sondern um nicht einmal drei Prozent. Kurz vor Ultimo steht der Fonds wieder sehr gut da.

Es gibt nicht viele Fonds und Fondsmanager, die das Timing, also die kurzfristige  Steuerung des Investitionsvolumens, wirklich so beherrschen, dass am Ende ein Mehrwert übrig bleibt. Frank Fischer scheint zu den Managern zu gehören, der mit seinem Mr. Market - Ansatz ein profitables Gespür für die Märkte systematisiert hat. Es ist diese Leistung, die den investierenden Stiftungen in den vergangenen Jahren fantastische Gewinne beschenkt hat.

 

Fazit: Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ist ein fast logischer Baustein des Stiftungsvermögens, auch wenn sich niemand wundern darf, wenn in einem Jahr einmal ein zweistelliges Minus herauskommen kann.