Banken schwach

Berlin, den 4. Juni 2019: Die Fuchs | Richter Prüfinstanz hat die Ergebnisse des Markttests "Stiftungsvermögen 2019" veröffentlicht, bei dem insgesamt 25 verschiedene Anbieter wie Banken, Vermögensverwalter und Family Offices Anlagevorschläge einreichten. Dieser fiel allerdings für die Anbieter nur wenig überzeugend aus: Insbesondere Banken enttäuschten vergleichsweise bei der Verwaltung von Stiftungsvermögen, nur drei Anbieter erhielten die Note "sehr gut". Die Pressemitteilung der Fuchsbriefe äußert sich dazu wie folgt:

"Wenige überzeugende Gesamtleistungen

Nur drei Anbieter bekamen die Note „sehr gut“, weitere vier Anbieter wurden mit „gut“ bewertet, drei weitere Anbieter erhielten ein „befriedigend“, alle übrigen qualifizierten sich nicht für die Gesamtauswertung. Auffallend ist, dass 13 Anbieter die Hürde der Vorqualifikation nicht überspringen konnten. „Vor allem in der Wertungskategorie „Anlagevorschlag“ blieben die meisten Anlageprofis hinter den Erwartungen und Anforderungen der Stiftung zurück“, so Dr. Jörg Richter, Geschäftsführer des Dr. Richter | Kompetenzzentrum Vermögen. 

Die Aufgabe für die Banken bestand darin, einen Plan für ein Anlagevermögen von drei Millionen Euro für die Kreuzberger Kinderstiftung gAG vorzunehmen. Die Stiftung hat die Rechtsform einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft. Sie darf daher auch ihr Vermögen „angreifen“.

Um den Vorgaben der Stiftung gerecht zu werden, mussten einige Bedingungen erfüllt werden. Das Vermögen sollte eine Verbrauchsreserve vorhalten. Zudem gab die Stiftung für das Langfristvermögen eine Renditeerwartung von 4,0% per anno aus. Davon sollten 2,5% Prozent ausgeschüttet werden. Die maximale Risikogrenze betrug 25% des Anlagevermögens, außerdem sollten die Kosten für die Verwaltung unterhalb von 1% p.a. liegen.



Fünf Auswertungskategorien

Bewertet wurden insgesamt fünf Qualitätskategorien, neben dem Anlagevorschlag und der Investmentkompetenz auch die Transparenz sowie das Serviceangebot. Die zehn besten Kandidaten wurden zudem in einem „Beauty Contest“ bei einem mündlichen Gespräch analysiert. Die besten Ergebnisse erzielten die baden-württembergische BW-Bank, gefolgt von ODDO BHF Aktiengesellschaft und der Braunschweiger Privatbank. Auch in der langjährigen Bestenliste bleibt die BW-Bank auf Platz 1, gefolgt von der Deutsche Bank AG Private Wealth Management, die es dieses Mal nicht in die Endauswahl schaffte.

 „Es ist ein Armutszeugnis für die Branche, dass es so vielen Finanzprofis nicht gelingt, ambitionierte, aber nicht unerreichbare Kundenziele in eine sinnvolle und ausbalancierte Strategie zu überführen“, so Vielhaber. Auffallend zudem, dass viele Häuser auf eine breite Streuung der Portfolios verzichteten und sich bei den Aktienengagements fast vollständig auf Europa konzentrierten.  Deutschland ist das Land mit den meisten Stiftungen in Europa. 22.743 Stiftungen arbeiten hier, zirka 95% davon sind gemeinnützig. Auch Wissenslücken in aktuellen Steuerfragen rund um die Vermögensanlage wurden in einigen Fällen offenkundig. Dazu Jörg Richter: „Nicht jeder Vermögensverwalter hat offensichtlich die Kapazitäten, neue und wichtige Entwicklungen im Bereich des Stiftungswesens zeitnah wahrzunehmen und in die Praxis umzusetzen“."

Der Markttest wurde in Zusammenarbeit mit dem Risikomessspezialisten Quanvest in Bad Homburg durchgeführt. Mehr Informationen finden Sie hier.

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